Die Facebook iPad App im Test


Mark Zuckerberg hatte sich in den letzten Monaten immer gegen die Entwicklung einer App für das iPad gesträubt. Sein Argument: “It’s not mobile!“. Mit dieser Meinung konnte er aber scheinbar nicht wirklich dauerhaft punkten und so hat Facebook kürzlich dann endlich, nachdem das iPad seit über 18 Monaten auf dem Markt ist, eine eigene iPad App bekommen.

Bisher war es kein echter Spaß, Facebook auf dem iPad zu nutzen. Zwar gab es die mobile Website und auch die iPhone App lief auf dem iPad. Beide Varianten konnten aber nicht wirklich überzeugen und dank mehr oder minder schlecht umgesetzter Behelfslösungen wie “MyPad+” oder “Friend.ly” war es im Prinzip eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis man das auch bei Facebook direkt einsehen würde.

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Facebook für das iPad – Was kann die App?

Nun hat das Warten ein Ende. Ein paar Tage nach dem Start der Facebook iPad App stellt sich aber die Frage nach der Güte des Produkts. Was kann man alles damit machen? Wie ist die User Experience? Sind noch Wünsche offen, oder ist die neue App das Maß aller Dinge? Diese und andere Fragen habe ich in einem kleinen Test genauer beleuchtet und nach Antworten gesucht.

Facebook für das iPad - Der Startbildschirm

Es geht los

Ganz zu Anfang fällt auf, dass man sich bei Facebook in der Tat Gedanken gemacht hat, denn die neue App für das iPad ist kein Flickwerk. Sie wurde eigens für den Tablet-PC aus dem Hause Apple gemacht und unterstützt entsprechend auch Funktionen wie Hoch- oder Queransicht. Gleiches gilt auch die Kamera (wenn man ein iPad 2 sein Eigen nennen darf) und andere Features.

Start in die Facebook iPad App

eteleon - mobile and moreBei genauerer Betrachtung fällt das Hauptmenü deutlich ins Auge. Es befindet sich auf der linken Seite (interessant wäre hier zu wissen, ob es sich z. B. im arabischen Sprachraum entsprechend auf der rechten Seite befindet, denn dann hätte man bei Facebook wirklich gut gearbeitet) und stellt alle wichtigen Funktionen zur Verfügung, wie z. B. Veranstaltungen, Neuigkeiten oder natürlich auch die Nachrichten. Der Inhalte der einzelnen Punkte finden sich sinnvollerweise immer auf der rechten Seite. Nutzt man das iPad im Querformat, dann hat man so auf der rechten Seite reichlich Platz, was für entsprechende Freude bei der Nutzung sorgt.
Wie man es aus der Web-Version gewohnt ist, erscheint auch bei der Facebook iPad App die “Toolbar” (mit der Suche und den Icons für neue Freunde, Nachrichten und Veranstaltungen) am oberen Rand. Das sorgt für Überblick und verwirrt den Facebook-Nutzer nicht. Das Auswählen einzelner Anwendungen und/oder Menüpunkte ist sehr leicht und läuft sehr schnell und reibungslos.

Das eigene Profil erforschen

In der oberen Leiste findet man, wenn man eingeloggt ist, seinen Namen wieder. Ein Fingerdruck darauf führt logischerweise zum eigenen Profil. Hier gibt es im Vergleich zum gewohnten Anblick aus dem stationären Web nicht viel neues, denn es erscheinen die bekannten Symbole: Pinnwand, Fotos, Freunde, Status, etc. – alles ist auf der linken Seite vorhanden und lässt sich schnell und bequem aufrufen. Auch hier hat man gute Arbeit bei der Performance geleistet.

Neuigkeiten via News-Feed entdecken

Die Neuigkeiten (manche sagen auch gern “News-Feed” dazu) sehen ähnlich wie in der stationären Web-Version von Facebook aus. Oben sieht man wieder die üblichen Verdächtigen wie “Check in” oder “Status aktualisieren“. Natürlich kann man über diesen Weg auch Fotos und Videos hinzufügen. Gleich darunter sieht man, was die eigenen Freunde so machen und/oder gepostet haben. Diese Inhalte lassen sich natürlich kommentieren und via “Gefällt mir“-Button auszeichnen.
Tut man das, öffnet sich auf der rechten Seite eine entsprechende Ansicht. Auch hier fällt wieder die gute Performance und das flüssige Ein- sowie Ausschieben der breiten Leiste auf. Erneuter Pluspunkt für die Facebook iPad App in Sachen Nutzerfreundlichkeit.


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Die Nachrichtenzentrale

Die Nachrichten-Funktion der iPad App von Facebook überzeugt durch Übersichtlichkeit. So nutzt dieses Feature die komplette Breite des Bildschirms und sorgt für aufgeräumte Verhältnisse. Bei der Nutzung kommt es zu einer Teilung des Bildschirms: Links erscheint der Name des Verfassers einer Nachricht, rechts der entsprechende Inhalt.
Die Auflistung der Nachrichten erfolgt natürlich chronologisch. Will man schneller und von überall aus der App auf seine Nachrichten zugreifen, dann kann man sich des Nachrichtensymbols in der oberen Leiste bedienen. Auch hier, wie man es von der Web-Version kennt, erscheinen die letzten Nachrichten in einem Pop-Up, so dass man nicht zwingend die aktuelle Seite wechseln muss.

Alle Freunde in einer App

Recht spartanisch ist die Anzeige der Freunde auf Facebook gelöst. Hier gibt es eine simple Laufleiste, die alphabetisch sortiert und am rechten Seitenrand angesiedelt ist. Durch die buchstabentechnische Sortierung kann man jedoch recht schnell von A nach Z springen (oder wohin sonst man will). Wie gesagt sehr einfach, aber auch wieder sehr performant gelöst.

Social und Mobile Gaming in voller Breite

eteleon - mobile and moreMobile Gaming (oder Social Gaming, je nachdem, was man bevorzugt) wird mit der iPad App innerhalb von Facebook zu einem echten Vergnügen. Die App nutzt auch hier wieder die komplette Breite des Endgeräts und sorgt so für höchste visuelle Ansprüche.
Mehr kann man auf dem iPad von einem Spiel nicht sehen, insofern muss man den Entwicklern hier echten Respekt zollen. Leider kann auch das iPad 2 immer noch kein Flash, so dass nicht jedes Spiel aus Facebook auf dem iPad läuft. Als Alternative bieten aber mehr und mehr Entwickler die Spiele in HMTL 5 an, so dass das Flash-Problem umgangen wird. Dennoch sollte Apple hier endlich mal nachbessern, damit auch generell jede andere Anwendung, die in Flash gecodet wurde, funktioniert. Aber das ist ein anderes Thema…

Komfortabel chatten – mobil via Facebook

Der Chat in der Facebook iPad App zugegeben auch wieder recht elegant gelöst. So kann man den Chat im Querformat per “Reinwischen” von rechts nach links öffnen, er erscheint dann neben dem News-Feed. Wie auch bei der Web-Version sieht man quasi in Echtzeit, wer von den eigenen Freunden online ist und wer nicht. Tippt man mit dem Finger auf den Namen eines Freundes, der aktuell online ist, geht ein eigenständiges Chat-Fenster auf. Gleichzeitig öffnet sich eine digitale Tastatur, mit dem man dann chatten kann.
Der Clou: Auch während des Chattens behält man andere Aktivitäten im Netzwerk in Auge. Man verpasst also nichts. Sehr clever gelöst von Facebook, wird so doch “addictive factor”, den man ohnehin von Facebook gewohnt ist, weiter ausgebaut und gefördert.

Integration von Facebook Places

Obwohl Facebook Places bei den meisten Nutzern eher ein Schattendasein führt, wurde es in der Facebook iPad App (vermutlich der Vollständigkeit halber) integriert. Das macht dann Sinn, wenn man ein iPad hat, dass sich auch mit einer Karte versehen lässt. Die Versionen, die NUR Wi-Fi bieten (z. B. in einem Heimnetzwerk) lassen sich zwar nutzen, es ist allerdings eher sinnfrei, weil eben kein GPS verfügbar ist.
Die genaue Positionierung des eigenen Geräts ist somit eher ungenau und lässt zu wünschen übrig. Will man jedoch sehen, wo sich Freunde aktuell befinden, dann kann man das (sofern die Freunde Facebook Places nutzen) auf einer anschaulichen Karte sehen. Dieses Feature innerhalb von Facebook Places in der App auf dem iPad ist in der Tat gelöst und macht Spaß.

Videos und Fotos

Und auch das darf bei der Facebook iPad App natürlich nicht fehlen! Und alles ist möglich: Fotos und Videos hochladen, teilen und kommentieren, eben ganz so, wie man es von Facebook kennt. Hier bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Besonders gut gelungen ist die Integration von AirPlay. So kann man die Fotos und Videos in der iPad App von Facebook nicht nur auf dem Tablet-PC selbst in voller Größe bewundern, mann kann sie auch auf anderen Geräten anschauen, die via AirPlay im (Heim-)Netzwerk verbunden sind. So wird aus der App ein regelrechtes Multimedia-Center, dank dessen man auch mit anderen (Anwesenden) Inhalte bewundern kann. Wie man das von Apple-Geräten gewohnt ist, kann man die Bilder und Videos im Vollbild-Modus übrigens mit den üblichen Wischgesten von rechts nach links uns andersherum bewegen.

Fazit des Tests

Mit der Facebook iPad App ist dem verantwortlichen Team aus Palo Alto ein schönes Stück mobile Technik gelungen.
Eindeutig positiv hervorzuheben ist, dass man nahezu auf alle Features zugreifen kann, die man von Facebook kennt und mit denen man vertraut ist. Der perfekte Look und das Feeling im Corporate Design von Facebook lassen einen fast vergessen, dass man nicht am stationären Computer sitzt. Durch die fast ausnahmslos hohe und gute Performance macht das soziale Netzwerken auf dem iPad sehr viel Spaß und sorgt für gute Laune. Wer sich bisher über die mobile Website und die eher drittklassigen Ersatzlösungen für Facebook auf dem iPad geärgert hat, der ist mit der neuen Facebook iPad App bestens bedient.

Über den Autor:

Dieser Artikel ist eine Gastbeitrag von Björn Tantau. Der 36-jährige Hamburger ist Spezialist für SEO, Linkaufbau und Social Media Marketing mit Fokus auf Facebook und Google Plus. Im Bereich Onlinemarketing ist Björn Tantau seit 2001 aktiv. 2006 gründete er die SEO-Agentur Tameco Onlinemarketing und betreut dort eigene Projekte und Websites von Kunden.

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