PayPal gibt Pläne für mobilen Bezahlservice bekannt


“Wenn du PayPal hast, dann hast du es gut.”

Mit diesem Satz versucht PayPal dem Konsumenten ihre Ambitionen, ein in allen Bereichen anerkannter Bezahlservice zu werden, schmackhaft zu machen. Über die Jahre hinweg hat sich PayPal, nicht zuletzt dank der Unterstützung von Ebay zu einem der meist genutzten Bezahldienste im Internet gemausert. Eigentlich war es nur ein Frage der Zeit bis das kalifornische Unternehmen seine Fühler auch auf den Markt außerhalb des Internets ausstreckt.

PayPal muss mithalten

Geschwindigkeit ist alles in der heutigen Zeit und genau an diesem Gedanken will PayPal ansetzen. So plant das Unternehmen etwa, seinen Dienst direkt in den Verkaufsräumen von Geschäften anzubieten. Wie genau das aussehen soll, wurde gestern ausgewählten Partner auf einer Veranstaltung für Händler  erstmal erklärt.

Die öffentliche Ankündigung, vermutlich weitaus ausführlicher und für den Endverbraucher verständlicher, wird nächsten Monat auf PayPal‘s Developer Conference in San Francisco stattfinden. Dies stellt wohl eine etwas verspätete Reaktion auf den immer umkämpfter werdenden mobile payments Markt in den USA dar, an den PayPal nicht den Anschluss verlieren will. Hier machen sich Square, Google und bald auch die amerikanischen Mobilfunkanbieter in Zusammenarbeit mit Isis breit und so ist es nicht verwunderlich, wenn ein Zahlungsdienstleister wie eben PayPal, der vorrangig im Internet tätig ist, seine Felle davon schwimmen sieht.

Laut Scott Thompson, seines Zeichens Präsident von PayPal, will das Unternehmen zu diesem Zweck ein besonders enges Verhältnis mit dem individuellen Händler eingehen, um ihn in jedem Teil des Verkaufsvorgangs zu unterstützen.

Im Klartext heißt das, dass PayPal seine Nutzer zukünftig während der Shoppingtour mit zielgerichteter Werbung, Angebotslokalisierung und der Abwicklung der Zahlung versorgen möchte.

PayPal als täglicher Begleiter

Wie sich PayPal den neuen Dienst am Kunden in der Praxis vorstellt, zeigt man stolz in einem eigens für das kommende Vorhaben produzierten Werbefilm. Darin wird eine Familie gezeigt, die, abgesehen davon, dass jedem Mitglied das Smartphone an der Hand angewachsen zu sein scheint, die typische amerikanische Durchschnittsfamilie darstellt.

Da zahlt der Vater der Tochter das Taschengeld schon mal morgens via PayPal und anstatt einem Kuss auf die Wange, stößt man gutgelaunt die Smartphones zusammen. Gott sei Dank musste die junge Dame nicht warten, bis der Vater ein paar Scheine hervorgekramt hatte, Zeit ist ja nunmal Geld.

Eben diese Tochter wird dann auch gleich vor dem Klamottenladen von PayPal auf die darin befindlichen Angebote aufmerksam gemacht und zuverlässig in das Geschäft gelotst. Die passende Größe ist ausverkauft? Kein Problem für PayPal, denn der nächstgelegene Händler, der das Teil vorrätig hat, erscheint schon auf dem Display.

Auch beim Kauf von größeren Artikeln, wie beispielsweise einem neuen Grill, kann Paypal helfen. Einfach den ausgestellten QR-Code scannen, Grill aussuchen und an der Kasse mittels Eingabe der PayPal-Daten bzw. der Telefonnummer einfach bezahlen. Nachvollziehbar um einiges einfacher, als die Kreditkarte durch den dafür vorgesehenen Schlitz zu ziehen. Der Stammhalter steht fröhlich daneben und tippt auf ein Telefon ein, hat vermutlich auch gerade eine Transaktion getätigt. Einkaufen war noch nie so einfach.

Fehlt nur noch die Mutter, pflichtbewusst das iPhone in der Hand, auf der Suche nach Lebensmitteln. Die Schlange an der Kasse ist wirklich viel zu lang, da zahlt man schon mal  gerne direkt via PayPal und spaziert einfach an der wartenden Menge vorbei, ohne Kontrolliert zu werden, aus dem Geschäft.

Auch einfache Dinge, wie der Kaffe für unterwegs, werden schon im Auto bestellt/bezahlt und nur noch schnell abgeholt.

Wirklich sehenswert, dieses Video. So sehenswert, dass wir es euch nicht vorenthalten wollen:

Das Video kann zur Zeit leider nicht gestartet werden. Bitte versuche es später noch einmal.

Die Zukunft des Einkaufens?

PayPal nennt dieses Video Future of Shopping. Fraglich ist jedoch, ob der Konsument die gezeigten Vorgänge wirklich lieber mit dem Handy erledigen möchte, wenn eine Transaktion per Kreditkarte bzw. Bargeld kaum mehr Zeit beansprucht. Sicherlich nehmen Smartphones und Tablets einen immer größer werdenden Raum in der heutigen Gesellschaft ein, doch wo zieht der Verbraucher letztendlich die Grenze? Im Hinblick auf die Entwicklung in Europa, speziell bei uns in Deutschland werden solche Zukunftsvisionen wohl genau das bleiben. Visionen.

Doch wer vermag schon jetzt zu sagen, wie die Sache nach der nächsten Übernahme eines kleinen Ortungsdienstes oder einem Programm, bei dem man Einkaufserlebnisse bewerten kann, aussieht? Schon heute werden der Großteil aller Käufe im Internet getätigt. Warenhäuser kämpfen überall ums Überleben und wären sicherlich bereit, eine kleine Abgabe zu zahlen, wenn PayPal im Gegenzug wieder Kunden in die Läden spült.

Auf der kommenden PayPal Konferenz werden wir hoffentlich mehr zu diesem Thema erfahren und wir bleiben natürlich für euch am Ball.

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Verfasst von:

Matze berichtet ebenfalls als freier Autor für die Redaktion von Tablettest.net und bereichert diese mit zahlreichen und gründlich recherchierten News aus der mobilen Szene.

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